Estéreo Picnic und 15. Geburtstag

– 149 Tage nach der Ankunft –

So meine Lieben, es ist kaum zu glauben, aber die Hälfte meines Freiwilligendienstes ist schon rum 😦 Wie schnell doch die Zeit vergeht!
Am Donnerstag, also in drei Tagen kommen meine Eltern und meine Geschwister aus Deutschland und wir reisen zwei Wochen rum. Deshalb wird erstmal längere Zeit wieder kein Blogbeitrag kommen.
Ich freue mich schon SOOOO sehr!!

Dieses Wochenende war besonders aufregend. Mit Frieda und Angelika bin ich am Freitagnachmittag nach Bogotá gefahren. Meine Nachbarin, Osmany, und ihr 6-jähriger Sohn sind auch mitgekommen. Langsam fängt in Kolumbien die Regenzeit an und so kam es, dass wir von Tunja nach Bogotá (eine Strecke von zwei bis drei Stunden), ernsthaft vier Stunden gebraucht haben! Die Straßen waren überflutet und es gab viel tracon (Stau)!

Irgendwann sind wir dann angekommen, haben etwas gegessen und waren auch schon schnell im Bett. Diesmal sind wir bei dem ältestesten Sohn meiner Nachbarin untergekommen, was muy amable war.
Allerdings mussten wir uns zu dritt ein Bett teilen, was erstens sehr eng war und zweitens… einer von uns (ich werde keine Namen nennen 😀 ) schnarcht… und das ziemlich laut. Wirklich gut schlafen konnten wir nicht und meine Nachbarin war schon 7:00 morgens sehr aktiv und wollte mit uns shoppen gehen.
Wir haben den Vormittag in der Wohnung verbracht und sind zum Mittagessen zu der Schwester meiner Nachbarin gefahren. Danach sind wir zurück in die Wohnung gefahren und haben uns fertig gemacht, deeeenn dann sind wir zum „Estéreo Picnic Festival 2016“ gefahren!! Das hat sich echt gelohnt. Auch wenn der Hinweg ein wenig schwierig war.

Zum Glück hat die Tochter meiner Nachbarin uns geholfen, obwohl sie verabredet war. Mal wieder ein Zeichen für die unendliche Freundlichkeit der Kolumbianer, denn wir haben aufgrund des tracon lange gebraucht und wussten nicht, wie man zu dem Festivalgelände kommt, was ein wenig außerhalb gelegen ist.
Dann hat es auch noch angefangen zu regnen 😦 aber während des Festivals hatten wir zum Glück gutes Wetter.

Wir sind noch rechtzeitig gekommen um Seeed zu sehen :0 Das hat mich total gefreut, denn ich habe Seeed noch nie live gesehen. Man hat gemerkt, dass es viele Deutsche beim Festival gab, die alle die deutsche Musik gefeiert haben 😀

Unsere anderen zwei Highlights waren Snoop Dogg und Kygo, die wir live gesehen haben.
Dann sind wir gegangen, weil wir drei ganz schön fertig waren. Immerhin haben wir zehn Stunden gestanden und getanzt.
Die anderen Freiwilligen aus unserer Gruppe, die auch da waren, meinten, dass der letzte Akt Jack Ü sich auch sehr gelohnt hat. Da lagen wir aber schon im Bett.

Bilder und Videos habe ich leider nur mit schlechter Handyqualität, weil wir nicht unsere deutschen Handys mitnehmen wollten.

Am nächsten Morgen wollten wir ausschlafen. Nachdem wir so müde waren, hat mich das Schnarchen einer gewissen Person gar nicht mehr so sehr gestört :p

Die sobrina (Nichte) von meiner Nachbarin hatte an dem Tag ihren Quinceañera (15. Geburtstag). In Kolumbien ist das Etwas ganz Großes, weil ein Mädchen dann zu einer Frau wird. Warum das gerade der 15. Geburtstag ist, weiß ich auch nicht.
Die Kolumbianer sind immer erstaunt, dass das bei uns ein normaler Geburtstag ist und man den 18. groß feiert.

Wir wollten eigentlich etwas Kleines unterwegs frühstücken und dann gleich nach Tunja fahren, weil wir vom Festival müde waren.
Meine Nachbarin hat mit der kolumbianischen Indirektheit gemeint, dass sie im Haus ihrer Schwester schon Frühstück vorbereitet hat, aber wir gerne zurückfahren können.
Daraufhin haben wir doch noch vorbeigeschaut. Wir dachten, dass wir eine halbe Stunde da sein würden und dann losfahren.

Tja.. wie das so in Kolumbien manchmal ist, waren wir dann ganz spontan doch länger da. Auf einmal waren wir auch beim Quinceañera eingeladen. Osmany hatte mir gesagt, dass der Geburtstag ganz klein sein wird, da sich das Geburtstagskind eine neue Nase wünscht und die ist teuer.

Letztendlich fand alles in einem etwas größerem Saal statt mit vielen Leuten. Doch nicht so klein…
Wir drei saßen ungeschminkt und fertig vom Festival am Tisch und wussten selbst nicht ganz, was wir machen sollten 😀
Nach einiger Zeit haben sich die zwei ältesten Kinder und ein Bruder von Osmany zu uns gesetzt, die alle in Bogotá wohnen und haben viel Interesse an Deutschland und der Sprache gezeigt.
Der Sohn arbeitet in einem englischen Call-Center und dadurch hatte ich die Gelegenheit mein Englisch nicht vollends einstauben zu lassen.
An sich war es ein normaler Geburtstag, nur waren sowohl Freunde eingeladen, als auch die ganze Familie. Es gab eine typisch kolumbianische, klebrig-süße Geburtstagstorte, schön kitschig mit einem Foto des Geburtstagskindes drauf, Erdbeer-Marshmallow-Spieße mit weißer Schokolade, viiieeeel, laute Musik und Fotos über Fotos, alle Kombinationen mit dem Geburtstagskind.
Von Erzählungen weiß ich, dass es zu diesem besonderen Tag teilweise dreistöckige Torten gibt und das Geburtstagskind ein Kleid trägt, das einem Hochzeitkleid gleicht.
Im Vergleich war es also ein kleiner Quinceañera.

Um 17:00 sind wir nach Tunja gefahren und abends pünktlich zum Abendessen bei unseren Gastfamilien angekommen und müde ins Bett gefallen.

Also mal wieder ein spannendes Wochenende!

Heute hatten wir eine Reunión, die ich organisieren durfte. Die habe ich im Multiparque angeordet, der von mir eine Minute zu Fuß entfernt ist.
Für Laura, das Geburtstagskind, gab es eine große Piñata mit dulces und wir haben unsere kommenden Projekte clases de acción besprochen.

Jetzt sind es nur noch drei Tage in der Schule und meine FAMILIE kommt!!!
Das musste ich nochmal sagen, weil ich mich einfach so freue 🙂

Wahrheit des Tages: wenn man ein Jahr in Kolumbien verbringt, sollte man einmal einen 15. Geburtstag eines Mädchens erleben, weil es etwas ganz Großes ist 😀

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